Let’s record a MiniDisc

Playliste in Echtzeit bauen. Voll Retro. Naja … kann man bei #minidisc von Retro sprechen?

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Heute Nachmittag wollte ich eigentlich mal wieder ein Mix-Tape machen. Einfach so, ohne Grund. Allerdings ist mir irgendwie über die Jahre das Anschlusskabel für das Tape-Deck (zumindest für die Aufnahme, das Kabel für die Gegenrichtung ist noch vorhanden) verschütt gegangenen. Passiert. Mit dem MiniDisc-Player und einem optischen Kabel in Griffweite habe ich dann meinen Plan kurzfristig geändert: Wenn schon kein Tape, dann bitte schön eine MiniDisc.

Mein MiniDisc-Recorder hört auf den Namen MZ-N505 und ist preislich im unteren Marktsegment angesiedelt gewesen. Für 200 Euro hat Sony ein eigentlich ganz ordentliches Paket geschnürt, dass für mich die Zeit vom DiscMan zum iPod überbrückte. Mit „ganz ordentliches Paket“ meine ich: NetMD-Funktionalität, Digitaler Eingang, AUX-Eingang (kein Mikrofon-Eingang – darüber habe ich mich nachher geärgert) und eine kabelgebundene Fernbedienung. Auch wenn das Produkt jetzt nicht ganz zu meiner Zufriedenheit arbeitete (Gerade unter der „NetMD“-Funktion hatte ich mir mehr vorgestellt) – für mindestens zwei Jahre begleitete mich dieser Player auf allen Wegen: Einfach die obligatorische Ersatzbatterie (eine normale AA-Baterie) und einer Handvoll MiniDiscs in den Rucksack schmeißen und der Tag war gerettet.

Das Aufnehmen mit dem MZ-N505 könnte nicht leichter sein. Einfach das optische Kabel in den CD-Player und den MiniDisc-Recorder stecken und schon kann es losgehen. Der MiniDisc-Recorder „merkt“ sobald Musik über das Kabel kommt und pausiert, wenn die Wiedergabe unterbrochen wird. Praktisch: Beim Überspielen eines kompletten Albums werden alle Trackmarkierungen übernommen. In den letzten Jahren habe ich mich sehr stark daran gewöhnt Playlisten in iTunes anzulegen. Songs kurz anspielen und in die Playlist schubsen … dann weiter. Ein Medium wie eine Kassette oder eine MiniDisc in Echtzeit zu bespielen … das ist schon wirklich lange her.

Beim Mix-Tape aufnehmen habe ich schon immer die Interaktivität geschätzt. Man kann sich noch so gut überlegen, welche Tracks zusammenpassen … man kann sogar eine ausgearbeitete Tracklist haben … am Ende wird das Tape trotzdem ganz anders. So war es auch heute. Ich fühlte mich erinnert an meine Schulzeit, in der ich mit meinen Freunden eigene Radiosendungen produziert habe. Der Gipfel war eine Projektarbeit in Englisch, die Christians, Andre und ich komplett auf englisch bestritten haben … und ja: wir haben auch gerappt.

Heute habe ich nicht gerappt, sondern beim Aufnehmen ein kurzes Video für Instagram aufgenommen. Das Video ist knapp 45 Sekunden lang. Gefilmt und geschnitten habe ich es mit Clips. Clips ist eine App von Apple, mit dem man schnell ein einfaches Video produzieren kann. Der Comic-Effekt wird ebenfalls von der App generiert.

Nachdem ich Video während der MiniDisc-Aufnahme gefilmt und geschnitten hatte, fehlte mir am Ende noch ein erklärender Voice-Over. Zwar war die Zusammenstellung der Songs und die verschiedenen Aufnahmesituationen ganz lustig, aber wirkten irgendwie unfertig.

Also importierte ich das Audio des Clips in das Ferrite Recording StudioDiese App macht aus dem iPhone ein (mehr oder weniger) komplettes Multitrack-Aufnahmestudio. Oft richtet sich diese Art der Anwendung explizit an Musiker, aber nicht in diesem Fall. Sie wendet sich eher an Journalisten und Podcaster (Jason Snell hat mit dieser App bereits einen sechs-Spur Podcast geschnitten). Ich war ebenfalls von der Version 1.0 so angetan, dass ich die zwei In-App-Käufe für Effekte und Automation getätigt hatte. Seitdem nutze ich Ferrite für alle mobilen Audioaufnahmen.

Anspruchsvoll ist der Mix nicht: Ich habe über mein Mikrofon einen Voice-Over aufgenommen und dieses über die Originalspur gelegt (Witzigerweise liegt die Spur in der Darstellung drunter). Über das Kontextmenü kann man das Ducking aktiven. Ducking sorgt – vereinfacht gesagt – dafür, dass während des Voice-Overs die Lautstärke der Originalspur abgesenkt wird. Wenn alles an der richtigen Stelle ist und der Mix bereit für den Export ist, wende ich noch die automatische Nivellierung an. Dabei läuft der Mix durch zehn verschiedene Post-Production-Stufen:

It’s more than just an automatic gain control or dynamic range compressor — your audio passes through a process of around 10 stages, as Ferrite analyses and adjusts the results. It’s attempting to correct problems such as people moving their heads away from the mic and becoming fainter for a while, or interviews or panel discussions where multiple people have been recorded, each at different volume levels. – Canis Lupus

Von Ferrite sende ich dann den fertigen Mix nach iMovie, mit dem ich dann den Film und die Audiospur wieder zusammensetze.

Die Arbeit hier ist relativ simpel. Nach dem Export der Audiospur legt iMovie ein neues Projekt an und positioniert die Audiospur in der Timeline. Über den Mediapicker von iMovie kann man nun das Quell-Video auswählen. Da ich die Audiospur des Videos nicht gekürzt habe, sind Video- und Audiospur identisch und absolut synchron. Von iMovie aus habe ich dann das Video in die Photos-Mediathek exportiert.

Letzter Schritt: In der Instagram-App taucht nun das Original-Video und das Video mit der neuen Tonspur auf. Hier einfach das richtige Video aussuchen und nach Instagram hochladen.

 

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